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Direktor Höfer
erinnert sich

Aus dem Buch "Windsbacher Knabenchor" (1996),
zitieren wir Friedrich Höfer, Pfarrer und Direktor.

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"Offziere" unter sich!


… Menschenkenntnis, als Offizier … Im Frühsommer 1955 besuchte mich eine Abordnung des
Direktoriums des »Pfarrwaisenhauses Windsbach« und
fragte mich, ob ich bereit sei, die Leitung des Pfarrwaisen-
hauses zu übernehmen. Als ehemaliger Offizier hätte ich
doch Menschenkenntnis und würde auch mit den Jungen
fertig.

… eine prophetische Sicht, 1955 !! Es waren die Jahre, in denen erst die Schüler und dann
die Studenten rebellisch wurden, die Anfänge der »Kultur-
revolution von 1968«.
Die Familie spurt ! Ich war zuerst nicht so begeistert, hatte ich doch erst
meine erste Pfarrstelle in Schwaig vor Nürnberg ange-
treten. Ich war Offizier gewesen und hatte erst nach
dem Krieg mit 32 Jahren das Theologiestudium begonnen.
Auch ein erster Besuch in Windsbach war nicht sehr ein-
ladend. Vor allem meine Familie wehrte sich gegen eine
neue Veränderung und einen neuen Umzug. Aber schließ-
lich reizte mich die Aufgabe doch, und ich sagte zu. Anfang
August 1955 trat ich in Windsbach an.
… einige Erfahrung – als Schüler !

"… eine etwas strengere
und konsequentere Erziehung …"

… gesunde Jugend will und braucht
eine feste Hand …

Das Direktorium machte es mir zuerst nicht leichter. Es
bevormundete mich – sicher in bester Absicht – anfangs
derart, daß ich fast das Handtuch warf. Aber nach einigen
heftigen Auseinandersetzungen lenkte das Direktorium ein
und gab mir freie Hand. Ich war als Gymnasiast einige
Jahre im Protestantischen Alumneum in Regensburg
gewesen und hatte von daher, jedenfalls aus Sicht des
Schülers, einige Erfahrung. Ich vertrat eine etwas stren-
gere und konsequentere Erziehung, als es damals üblich
wurde. Das war für manche anfangs vielleicht nicht immer
angenehm, aber eine gesunde Jugend braucht und will
auch eine feste Hand und, wenn sie merkt, daß man sie
gern hat und gerecht ist, fügt sie sich auch und läßt sich
führen. Mit den Schülern und Eltern gab es keinerlei ernst-
liche Schwierigkeiten. Auch mit der Schule bestand von
Anfang an ein gutes Einvernehmen, auch wenn es nicht
immer ganz einfach war, die Belange der Schule und des
Chores in Einklang zu bringen.

… sofort das beste Verhältnis zu Thamm
(auch Offizier gewesen) …

… volle Übereinstimmung
in Erziehungsgrundsätzen …

Zu Kirchenmusikdirektor Thamm hatte ich sofort das beste
Verhältnis. Er war auch Offizier gewesen und stimmte in
den Erziehungsgrundsätzen voll mit mir überein. So waren
von Anfang an die besten Voraussetzungen für eine gedeih-
liche Zusammenarbeit gegeben.

Letzte Änderung:
7/1/17

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