Motive

Die Motive unserer Gegner mögen vielfältig sein.
Einige versuchen wir zu erkennen und zu verstehen.

Redaktion: Carlo Jahn, Willi Weglehner

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"Die IG Chorsaal
schadet dem Chor."

Ein auch aus unserer Sicht sehr ehrbares Motiv, aber es enthält einen geradezu berüchtigten Denkfehler. Wir glauben, dass die, die dem relativ kleinen Anliegen unserer Gruppe so heftig widersprechen, dem Chor weitaus mehr schaden.
Warum?
Das geht aus dem Diskurs "Behauptungen/Entgegnungen" (linke Spalte) hervor. ‘Unter den Teppich gekehrte’ Missetaten schaden doch irgendwann weit mehr als erkennbar aufgearbeitete.


Selbst betroffen:
"Ich will vergessen!"

Die Berichte über die Misshandlungen haben vielleicht bei einigen üble Erinnerungen daran wieder geweckt, wie sie selbst damals misshandelt wurden. Sie wollen vergessen, nicht mehr daran erinnert werden.
Ein gerade aus unserer Sicht durchaus verständliches Motiv.


Selbst betroffen:
Hab’ selbst misshandelt

Nicht ganz ohne dürfte dieser Gedanke sein: Man möchte das Thema nicht behandelt wissen, weil man sich selbst nicht frei von Schuld fühlt, weil man vielleicht den einen oder anderen (jüngeren?) Mitschüler auch nicht gut behandelt hat, vielleicht als Verhörstift geohrfeigt, vielleicht vor anderen gedemütigt …

Wir wollen nicht darüber rechten, was Kinder und Jugendliche mit- oder gegeneinander angestellt haben*, da fühlt sich auch manch einer von uns nicht auf ganz sicherem Boden, es hat auch schon Gespräche untereinander gegeben, die nicht leicht waren.

Ein verständliches Motiv, aber denkt dran: Es geht hier darum, was Erwachsene angestellt haben, die selbst fortwährend von höchsten Idealen und Prinzipien geredet haben!

* Nachdem Anfang 2013 einige unserer Mitstreiter persönlich angegrifen wurden, haben wir dann doch anonym auf den einen oder anderen unserer Gegner hingewiesen, der zwar selbst gerne Jüngere geschlagen hat, aber angebliehc von Prügeln nie etwas gesehen hat!


"Die lügen doch!"

Das ist schon ein ziemlich finsteres Motiv: Den Opfern zu unterstellen, dass sie lügen. Das kann nur einem ziemlich verqueren Charakter entspringen.

Welchen Grund sollte jemand haben, solche Geschichten zu erfinden? Abgesehen davon, dass es für die meisten der berichteten Misshandlungen Zeugen gibt!

Absurd!


Mit Prügeln einverstanden:
War doch in Ordnung!

Das ist leider keine Unterstellung von uns: In Veranstaltungen in und um Windsbach sind tatsächlich solche Sätze gefallen wie: "Die werden’s schon gebraucht haben!"

Naja, wer Prügel für richtig hält, sollte doch nichts dadagen haben, wenn öffentlich darüber geredet wird, oder?
Wie’s scheint, sind die sich dieser Einschätzung dann doch nicht ganz so sicher.

Wie schön!


Der sakrosankte
Ersatz-Vater?
Ein psychologischer Ansatz

In Windsbach gab es auffallend viele Knaben allein erziehender Mütter. Der in den 50ern vorherrschende Geist von Männlichkeit, Manneszucht, Tapferkeit und der dazu gehörenden Schmerzbereitschaft sowie eine paradox erscheinende Kumpanei der vergötterten Vorbilder mit den Buben, der Geist, der wieder in der Idolisierung von Führungs-Lichtgestalten gipfelte, begünstigte die Verklärung irrationaler Heldengestalten, personifiziert in der weithin noch immer existierenden Landserverehrung, die die Mutter zuhause nicht zu ersetzen vermochte.

Doch selbst dort, wo der Vater da war, wurde dieser von den Zöglingen an derartigen "Tugenden" gemessen und musste, weil die Verbindung durch die wenigen Heimfahrtssonntage auf ein Minimum schrumpfte, zwangsläufig als Verlierer, wenn nicht gar als Versager erscheinen. Die Vorbilder konnten es sich leisten, brutal und grausam aufzutreten.

Es wurde verdrängt – bis heute.


Letzte Änderung:
7/1/17

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