20. Dezember 2011: Die Abendzeitung fragt:

Ein Schuss in den Ofen!

Windsbach: Wer hat die
Gedenktafel geklaut?

Das war ja wohl ein Schuss in den Ofen! Wer auch immer
die Idee hatte, die Erinnerungstafel zu klauen, sei es als
Anstifter oder als Täter, hat nicht wirklich viel Intelligenz
bewiesen.
So viel Publicity hätte die Initiativgruppe Chorsaal nie er-
reicht. Und selbstverständlich so auch nicht gewollt!

Aber jetzt ist wenigstens die Tafel bekannt geworden, wenn
auch mit der fett gedruckten Frage darunter, wer sie denn
geklaut habe.
Gute Frage!
Ein Auszug aus dem AZ-Text v
on Steffen Windschall:

War es ein Streich? Oder ein hinterlistiger Anschlag?
Nach monatelangem Ringen hatten 30 Ehemalige des
Windsbacher Knabenchors erreicht, dass sich das
Musik-Internat seiner dunklen Vergangenheit stellt.
Die Verantwortlichen brachten an der Pforte eine
Gedenktafel an: Sie macht deutlich, dass Gründer-
vater Hans Thamm den Chor von 1946 bis 1978 nicht
nur musikalisch voranbrachte, sondern vielen Mit-
gliedern die Hölle auf Erden bereitete, mit "physi-
scher und psychischer Gewalt" (AZ berichtete).

Der Weg zu dieser Vergangenheitsbewältigung war
für die Initiatoren um den pensionierten Lehrer Willi
Weglehner ein langer und beschwerlicher. Nur wenige
Minuten hingegen muss es gedauert haben, die Tafel
in einer Nacht-und-Nebel-Aktion im November abzu-
montieren. Internatsleiter Thomas Miederer: "Wir
haben Anzeige erstattet." Diese Ermittlungen jedoch
verliefen im Sande.

Miederer misst dem Tafel-Klau (Sachwert: 250 Euro)
nur wenig Bedeutung bei: "Ich glaube nicht an einen
gezielten Anschlag", sagt der Pfarrer auf AZ-Nachfrage,
andere Exponate, etwa eine Büste, seien schon des
öfteren "verziert" worden. Er räumt aber ein: "Einigen
Jungs stinkt es, immer noch mit jahrzehntealten Ereig-
nissen in Verbindung gebracht zu werden" Also steckt
doch mehr dahinter, als nur" ein Dummer-Jungen-
Streich" (Miederer)? Willi Weglehner: "Immer noch
nehmen viele Leute Thamm in Schutz."

Derzeit wird eine zweite Tafel angefertigt. Nicht nur
Weglehner hofft, dass sie hängen bleibt.

Das sollten auch die hoffen, die die Vergangenheit lieber
ohne Erinnerung begraben würden.

Dass Pfarrer Miederer die Sache herunterspielt, dafür
haben wir Verständnis, können ihm aber nicht abnehmen,
dass er selbst glaubt, womit er hier zitiert ist – als wisse
er nicht, dass es Initiativen gegen die Tafel gibt, auch Auf-
rufe, sie zu beschädigen oder zu zerstören.
Aber vielleicht unterbleibt das alles jetzt, nachdem die
Verursacher erkennen, welche Publicity sie damit auslösen.
Die "Jungs" sind wohl eher nicht von alleine drauf gekom
men, Herr Pfarrer!

Leserbrief dazu

Der AZ-Artikel

Hier geht’s zur Tafel:


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Letzte Änderung:
Dienstag, 17. Januar 2012
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