Eine "andere Festschrift",
und eine Antwort.

Mail


Ausgangslage

Anlässlich des 175jährigen Jubiläums des Windsbacher Hauses wurde von offizieller Seite eine Festschrift herausgegeben, die nach Meinung einer Gruppe um Dr. Ertel und Pfr. Wienecke nicht ausreichend die "Ehrenrettung" der Windsbacher Vergangenheit betrieben hat.

Deshalb haben sie zusammen mit einigen weiteren Unterzeichnern eine "andere Festschrift" veröffentlicht, die ihre ausschließlich eigenen Ansichten enthält. Darin sind wieder (und weiter …) jede Menge falsche Behauptungen, Unterstellungen usw. zu lesen.

Willi Weglehner, Sprecher der "Initiativgruppe Chorsal", wird darin auch persönlich angegriffen – wie andere auch. Er setzte sich am 22.2.13 mit einer e-Mail an Dr. Ertel und Pfr. Wienecke in deutlichen Worten zur Wehr:


Die e-Mail
von W. Weglehner
(Text)

Werner Ertel und Jörg Wienecke,

wider alle Vernunft wollt Ihr keine Ruhe geben und desavouiert darüber hinaus mit Euerer neuerlichen Aktivität das 175-jährige Jubiläum.
Doch das geht /uns/ im Grunde nichts an.

Nun sei Euch von unserer Seite noch einmal – und wirklich wieder in bester Absicht – erklärt, worum es uns ging: Nicht allein Thamms Verfehlungen standen im Focus der „Initiativgruppe Chorsaal“, sondern das „System Windsbach“ an sich, dem ihr selbst, freilich in individuell erlebter Form, unterworfen wart.
Hier in der gebotenen Kürze: Direktor Höfer; zum Ende meiner Zeit (bis 67) der ständig betrunkene Direktor Schott (der eines Nachts Thamms Sohn Werner verprügelte und damit das Zerwürfnis mit Thamm initiierte); exemplarisch für exzessiv schlagende Präfekten: Fricke, Naumann, Dick, Klose, Sigmund; diverse Hilfspräfekten (Schüler der Oberstufe).
Diesen allen wurde aber kein Denkmal gesetzt.

Wir wollten lediglich erreichen, dass der Hans-Thamm-Saal wieder rückbenannt wird.
Was daraus wurde, haben nicht wir zu vertreten, sondern die, die daraufhin eine regelrechte Hatz veranstalteten, insbesondere im Forum des Vereins Monte Soprano. Dazu gehörtest auch Du, Jörg Wienecke. Von den unverschämten jüngeren Flegeln, die zur inkriminierten Zeit zum Teil überhaupt noch nicht auf der Welt und, nebenbei, eine ganz unbedeutende Minderheit in diesem Verein waren, soll gar nicht die Rede sein.

Der Mohrenfels-Bericht (nicht die vollständige Dokumentation, die unter Verschluss ist), veröffentlicht im „Windsbacher Magazin“, interessiert Euch nicht.

Ihr greift den Landesbischof und Dr. Barrenstein an, weil sie Euch nicht zu Willen sind. Könnt Ihr den Grad Euerer Vermessenheit wirklich nicht einschätzen?

Dr. Rößler zitiert in seiner Untersuchung Thamm wörtlich: Im Chor sei nicht nur geprügelt und geschrien worden (s. Fußnote 51; Hervorhebung von mir). Logisch, dann hätte ja nicht gesungen werden können. Auch das wollt Ihr nicht sehen.

Du, Werner Ertel, diffamierst meine Erinnerungen als ein pubertäres Produkt. Ich schickte Dir damals das Manuskript von „Internierung“ und bat dich um Kritik, aber „mit Schmackes“ (sic!). Was geschah denn von Deiner Seite?

Auch Thamm, dem ich es mit einer besonderen Erklärung zukommen ließ, reagierte nicht. Soviel zu Euerer fadenscheinigen Einlassung, ein Toter könne sich nicht mehr wehren.

Dir möchte ins Gedächtnis zurückrufen, dass Du mich als Deinen Verhörstiften mal so verdroschen hast, dass mir wochenlang das rechte Ohr weh tat. Ein gelehriger Adlatus Deines verehrten Meisters, wahrlich. Von Joachim Rauh, einem Mitunterzeichner Euerer Schrift, ist Ähnliches bekannt.

Das waren Gewaltakte älterer Schüler gegen jüngere, systemimmanent freilich, die aber nicht besonders zu Buche schlagen sollen, denn es war Usus, von der Obrigkeit wohlwollend geduldet, wenn nicht gar erwünscht in deren perverser Pädagogik.

Jörg Wienecke, Du schriebst mir, Du hättest eine schwere Kindheit gehabt. Daraus leite ich ab, dass Thamm für Dich eine Art Vaterfigur war. Mehr dazu nicht, denn ich bin kein Psychotherapeut.

Zur gegenwärtigen Situation:
Ihr bezichtigt uns einer Verleumdungskampagne. Solltet ihr das weiterhin tun, werde ich juristische Schritte einleiten, denn mir reicht es jetzt endgültig. Ich lasse mich weder als ehemaliger Sprecher* der Initiativgruppe Chorsaal noch als Privatmann von Euch kriminalisieren.
Es gibt genügend Betroffene, die aussagen werden. In diesem Zusammenhang wird dann auch die weitgehende Offenlegung der vollständigen Mohrenfels-Dokumentation im Rahmen der Akteneinsicht gefordert werden.
Die zu erwartenden Negativ-Schlagzeilen gehen damit wieder zu eueren Lasten. Und es wird, außer für die Hypersenilen, endlich ganz klar werden, dass der Gegenstand mit dem Windsbacher Knabenchor von heute
nicht das Geringste zu tun hat.

W. Weglehner,
22.2.2013

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* "ehemaliger Sprecher" – das bezieht sich darauf, dass sich die Initiativgruppe als nicht mehr aktiv betrachtet. Allerdings hat es bisher keinen Auflösungsbeschluss gegeben, sodass eine Reaktivierung jederzeit möglich ist, wobei Willi Weglehner selbstverständlich wieder als Sprecher fungiert.

Letzte Änderung:
Mittwoch, 27. Februar 2013

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